Khnel' Gasthaus

Am PoetenwegHserweideWildhausBahnhofstrae - heute B 174Eisenbahnbrck um 1915

Historie von Reitzenhain

Der Ort entstand im 16 Jhd. am alten Grenzübergang zwischen Sachsen und Böhmen in 770m ü. NN. Der sog. Reitzenhainer Paß war einfacher zu passieren als andere Wege über den Erzgebirgskamm. Auch weil die Gebirgskette hier niedriger ist, als in östlicher und westlicher Richtung.

Bahnhof Reitzenhain

Diese Strasse ist eine der ältesten und zugleich meistbenutzten Strassen Deutschlands. Sie führte von Hamburg kommend über Lüneburg, Magdeburg, Halle, Leipzig, Chemnitz, Marienberg, Reitzenhain weiter nach Prag, in die Kaiserstadt Wien, Triest und schliesslich nach Venedig. Sie wurde zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Gebieten unter anderem als Salzstraße, Hohe Straße oder Kännerstraße bezeichnet.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war 1401 als „Reiczenstein“. Im Jahr 1787 zählte man erst 9 Häusler. 1834 war die Einwohnerzahl auf 163 angewachsen. Aufgrund des rauhen Klimas war Ackerbau und Viehzucht nur begrenzt möglich. Als Rodungsinsel auf dem Erzgebirgskamm, ringsherum von Wald umschlossen, entstanden viele holzverarbeitende Betriebe.

Der Ortsteil Wildhäuser, welcher sich unmittelbar an Kühnhaide anschliesst, war ursprünglich für Jagdzwecke angelegt wurden. Im Jahre 1842 standen hier nur 3 Gebäude. Die heute überwiegend kleinen, niedrigen Häuser gruppieren sich beiderseits der von 1926 bis 1928 zwischen Reitzenhain und Kühnhaide erbauten Straße.

Luftaufnahme um 1930

Als 1875 erstmals der Zug durch die stillen Wälder von Chemnitz über Marienberg nach Reitzenhain und weiter nach Komotau rollte, begann auch der wirtschaftliche und touristische Aufschwung. Die Siedlung wurde nun auch in südlicher Richtung, längs der Eisenbahnlinie erweitert. Die Bevölkerungszahl stieg sprunghaft auf 537 im Jahr 1890 an und erreichte im Jahr 1925 sogar 854.

Nach dem 2. Weltkrieg brachen die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Böhmen nach und nach zusammen, was den Niedergang des Ortes einleitete. Die Bevölkerungszahl sank 1964 auf 781 und 1971 auf nur noch 739.

Die günstige Strassenverbindung nutzend, wurde 1978 der Grenzübergang zur Tschechischen Republik eröffnet. Seither wird das „Tor zu Böhmen“ vom Wirtschafts- und Reiseverkehr immer häufiger genutzt. Der Eisenbahnverkehr kam jedoch fast völlig zum Erliegen.